Jeden Tag eine gute Tat

„Helfen macht glücklich“: der „24 gute Taten“-Adventskalender

26.06.2017

Den Liebsten eine Freude bereiten und gleichzeitig eine gute Tat vollbringen – mit dem „24 gute Taten“-Adventskalender ist das möglich. Seit 2011 setzt sich der Verein für transparentes und zielgerichtetes Fundraising ein und hat damit bereits rund 120 Projekte auf der ganzen Welt unterstützt.

"Transparentes und zielgerichtetes Fundraising" – das ist die Devise des „24 gute Taten"-Adventskalenders| Foto: privat

Schon lange bevor Weihnachten vor der Tür steht überlegen die meisten von uns, was sie ihren Liebsten zum Fest schenken sollen. Wer es besonders gut meint, beschenkt seinen Partner, die Kinder oder Enkel vielleicht sogar schon vor dem Weihnachtsfest mit einem Adventskalender. Aber was soll es denn nun letztendlich für ein Geschenk sein? Und mit was soll man denn gleich 24 Türchen auf einmal füllen? Denn viele antworten auf die Frage nach den Weihnachtswünschen: „Ach, ich habe doch eigentlich alles, was ich brauche."

So erging es auch Sebastian Wehkamp im Winter 2010 auf der Suche nach Geschenken für seine Freundin. Auf seinem erfolglosen Streifzug durch die Fußgängerzone störten ihn zudem immer wieder Menschen, die ihm ihre Spendenkässchen unter die Nase hielten und zu einer „guten Tat" aufforderten. Aber unter Zwang einfach ein paar Euros hergeben? Für eine Sache, über die man nicht einmal viel weiß? Ist das der Sinn einer Spende?

Diese Fragen inspirierten Sebastian und seine Schwester Johanna einige Monate später zu einer ganz neuen Form des Fundraising: dem „24 gute Taten"-Adventskalender. Die Idee: Hinter jedem Türchen versteckt sich ein anderes Projekt einer bestimmten Hilfsorganisation, die an diesem Tag unterstützt wird. Außerdem kann online jeden Tag nachgelesen werden, um welche Organisation es sich dabei handelt und was es mit dem Projekt genau auf sich hat.

Konkret. Messbar. Nachvollziehbar.

Seit der Gründung im Jahr 2011 erscheint der Adventskalender nun jährlich zur Weihnachtszeit und erreicht immer mehr Kinder und Erwachsene, die damit 24 gute Taten vollbringen.

Wie das Prinzip des „24 gute Taten"-Kalenders genau funktioniert, erklärt uns Lisa Strauch. Die 29-Jährige ist seit über zwei Jahren Projektkoordinatorin des Vereins und eine gute Freundin der beiden Gründer Johanna und Sebastian.

Lisa Strauch, Projektkoordinatorin des „24 gute Taten e.V." | Foto: privat

„Jedes Jahr können sich die Organisationen bei uns für den Kalender über ein Formular online bewerben – im letzten Jahr waren das 130 Vereine. Aus diesen wählen wir dann die 24 passendsten aus." Besonders wichtig sei dem „24 gute Taten e.V." die Transparenz der geförderten Organisationen: „Wir müssen wissen, wer in den Vereinen für was verantwortlich ist. Sie müssen ihren Jahresbericht offen legen sowie ihre Mittelverwendung. So können wir später darauf vertrauen, dass das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es hin soll."

Die ausgewählten Projekte werden im Adventskalender vier verschiedenen Kategorien zugeordnet. Wofür die Spenden später verwendet werden, wird bereits im Vorfeld festgelegt: „Unsere Bereiche sind Gesundheit, Natur, Bildung und Versorgung. Eine gute Tat im Bereich Gesundheit könnte beispielsweise eine Dosis Insulin für einen diabeteskranken syrischen Flüchtling sein. Hinter einem Versorgungs-Türchen könnte zum Beispiel ein Frühstück für Kindergartenkinder in Nepal stecken."

Ein Adventskalender der besonderen Art

Doch was lässt den „24 gute Taten"-Kalender unter anderen Spendenorganisationen hervorstechen? Für Lisa liegt die Antwort klar auf der Hand: „Wir sind ein Spenden-Tool für kleine wie große Organisationen. Mit dem Adventskalender betreiben wir vor allem transparentes und zielgerichtetes Fundraising." Denn anders als bei vielen Spenden-Organisationen, erfährt man im Kalender ganz genau, was mit der Spende des Tages bewirkt wird. Auf der Webseite von „24 gute Taten" kann man sich täglich noch genauer über die Situation in dem betroffenen Land und dortige Probleme informieren.

Und auch für die teilnehmenden Vereine lohnt sich das Feature bei „24 gute Taten". Denn: „Fast jeder besitzt im Advent einen Adventskalender. So erreichen wir viele Menschen, die sonst gar nicht spenden würden oder solche, die sich unsicher sind, wohin sie ihr Geld geben sollen", so Lisa.

Um die richtigen Projekte herauszusuchen, hat der Verein mehrere formale sowie qualitative Kriterien entwickelt, nach denen die Auswahl der Projekte im Kalender erfolgt. „In erster Linie muss das Projekt sinnvoll und in sich schlüssig sein. Es muss klar sein, welche positive Veränderung damit erzielt wird und was in einem übergeordneten Rahmen langfristig bewirkt werden kann. Insgesamt haben wir dazu rund 30 Kriterien entwickelt, anhand denen wir gemeinsam mit einer Expertenjury die Projekte bewerten und auswählen.”

Klein und Groß – jeder kann helfen

Wer einen Adventskalender kauft, kann dafür wahlweise 24, 48 oder 96 Euro bezahlen – je nach Größe des eigenen Geldbeutels. Auch bei Firmen ist der Adventskalender als Geschenk für Mitarbeiter oder Kunden beliebt. Eine weitere Zielgruppe sind Schulen. Oft bezahlt jedes Kind einen Euro und die Schulklasse schafft dann gemeinsam einen Adventskalender an. „Das ist ein tolles Feature unseres Kalenders, denn hier wird nicht nur Geld gespendet, sondern auch die Bildungskomponente mit eingebracht. Die Lehrer erhalten von uns Infomaterial zu allen Organisationen und sprechen dann jeden Tag mit den Kindern im Unterricht über das Thema des Tages." Schon früh lernen die Kinder auf diese Weise, dass es den Menschen nicht überall so gut geht wie in Deutschland. Der Adventskalender lehrt sie, dass es in der Weihnachtszeit nicht nur um Süßigkeiten und Geschenke geht und wie viel Freude es machen kann, anderen zu helfen.

Viele Schulklassen integrieren den Adventskalender in der Weihnachtszeit in den Unterricht | Foto: privat

Bereits im ersten Jahr konnten mit dem „24 gute Taten"-Adventskalender etwa 30.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden. Mittlerweile ist die jährliche Spendensumme sogar auf über 250.000 Euro gestiegen. Das sind mehr als 24.000 verkaufte Adventskalender in nur sechs Jahren. Trotz allem hat das 24 gute Taten-Team das Ziel, noch mehr Menschen mit dem Kalender zu erreichen: „Es ist immer eine Herausforderung, den Kalender noch bekannter zu machen”, so Lisa.

Der Verein hat hierfür eine klare Mission. „Ich denke, dass Entwicklungsarbeit neu gedacht werden muss. Dass neue Wege entwickelt werden müssen, Spenden zu sammeln und dass der ganze NGO-Sektor transparenter gemacht werden muss. Genau das wollen wir mit unserem Adventskalender unterstützen.”

Hinter den einzelnen Türchen findet ihr noch mehr Informationen zum Kalender und den einzelnen Projekten. |Quelle: Hanna Weil und Caroline Kühn via Thinglink

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Über die Autoren

Caroline Kühn

Medienwirtschaft
Eingeschrieben seit: Wintersemester 2014/2015

Hanna Weil

Medienwirtschaft
Eingeschrieben seit: Wintersemester 2014/2015