Asyl in Stuttgart

Aufenthaltsdauer ungewiss

18.11.2014

In Pakistan ist Ahmad Hassan aufgewachsen, doch in Deutschland sieht er seine Zukunft. Ahmad lebt in der zweitgrößten Flüchtlingsunterkunft der Caritas in Stuttgart-Nord. Etwa 220 Flüchtlinge aus 25 Nationen sind dort untergebracht. Bis Ahmad erfährt, ob das Urteil für ihn Asyl oder Abschiebung heißt, bleibt die Unterkunft sein Zuhause.

Kindheit in Pakistan

Als Ahmad sieben Jahre alt war, starb sein Vater, ein Pilot in der Armee. Für Ahmad und seine Familie war der Verlust schwer zu verkraften. Seine Mutter, eine Lehrerin, musste alleine für die Kinder sorgen. Er hat noch einen jüngeren Bruder, der in Pakistan zur Schule geht. Obwohl Ahmad sich in Deutschland wohlfühlt, vermisst er seine Familie und denkt viel an sie. Um sprachliche Barrieren zu überwinden, dolmetscht Frau Sokolaki von der Caritas in Einzelfällen. In seiner Heimat litt der 22-Jährige Pakistaner unter vielen politischen Problemen und besaß keine Krankenversicherung. Er berichtet, dass er Behandlungen im Krankenhaus sofort bezahlen musste. Ahmad hat den Bachelor-Studiengang „Information Technology" in Pakistan studiert, aber keinen Abschluss erzielt. „Die letzten Prüfungen konnte ich mir nicht leisten", erzählt er.

Aufenthaltsdauer ungewiss

Ahmad erzählt seine Geschichte

Warten auf die Entscheidung

Nach Deutschland kam er im Juni 2013 und ist seitdem Asylbewerber. Laut Angaben der Stadt leben im Oktober 2014 rund 2250 Flüchtlinge in 67 Unterkünften in Stuttgart. Das Asylverfahren ist jedoch kompliziert und die Mehrheit muss das Land wieder verlassen. Auch Ahmad wartet auf die Entscheidung über seinen Asylantrag. „Manchmal warten Asylbewerber bis zu fünf Jahre, bis sie wissen, ob sie in Deutschland bleiben dürfen", so Ahmad.

Aufenthaltsdauer ungewiss

Warum Ahmad nach Deutschland geflüchtet ist

Bereichernde Erfahrungen in der Flüchtlingsunterkunft

Lisa Maisch, Sozialarbeiterin für Migration und Integration bei der Caritas erzählt: „Über die kulturellen Hintergründe der Bewohner lerne ich sehr viel. Die Arbeit in der Flüchtlingshilfe ist spannend, da man vielseitige Bereiche hat und jeder Bewohner mit einem anderen Anliegen kommt". Der Tagesablauf der Flüchtlinge besteht oft darin, Sprachkurse, gemeinnützige Projekte oder Kurse wie Tanzen, Pilates oder Klettern zu belegen. Auch Ahmad wird in seiner Flüchtlingsunterkunft der Caritas sozial betreut und belegt demnächst einen Sprachkurs.

Wünsche für die Zukunft

„Vielleicht kann ich eine Arbeit finden. Ich möchte hier bleiben und weiterstudieren, das ist mein Traum", berichtet Ahmad. Er möchte nicht nur nach Deutschland kommen, um zu arbeiten, sondern auch um ein gutes Leben zu führen. Am Abend hat es Ahmad eilig, wie jeden Tag geht er in die Stadtbibliothek und verbessert seine Deutschkenntnisse. Bis jetzt hat er noch keine Antwort auf seinen Asylantrag erhalten. Für Ahmad heißt das weiter warten.

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Der Traum von Ahmad

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Über die Autoren

Katharina Steinhauser

Elektronische Medien Master - Medienwirtschaft
Eingeschrieben seit: SS 2014

Min Jiang

Elektronische Medien Master - Unternehmenskommunikation
Eingeschrieben seit: SS 2014