Interkulturelle Vermittlung

Damit wir uns verstehen

23.02.2015

Hinter dem Wort Flüchtling steht immer eine Geschichte und eine Zukunftsvision. Doch ohne Sprache, keine Stimme. Diese Erfahrung musste auch Haydar A. Nishkar machen. Um sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, engagiert er sich heute ehrenamtlich als interkultureller Vermittler in Tübingen.

Menschen eine Stimme geben

Haydar A. Nishkar begleitet Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten nach ihrer Ankunft.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen aus ihrem Heimatland fliehen. Doch wenn sie in Deutschland ankommen, verbindet sie meist eins: sie haben Probleme, sich zu verständigen. Mit 15 Jahren kam Haydar Nishkar alleine aus dem Irak nach Deutschland. Jahrelang war er nur geduldet und hatte keine Arbeitsgenehmigung.

Jetzt ist er 33, arbeitet seit 2008 als interkultureller Vermittler und verleiht Flüchtlingen eine Stimme. Die Sprachen, die er übersetzt sind kurdisch und arabisch. Er agiert aber nicht nur als Dolmetscher, sondern begleitet die Asylbewerber in unterschiedlichen Lebenslagen. Kulturelle Differenzen sind bei seiner Arbeit keine Seltenheit: So erzählt er uns von einer Frau, die nicht wollte, dass Haydar – ein Mann – für sie beim Arzt übersetzt. Diese Hindernisse bringen ihn oft an seine Grenzen. Doch er hilft, wo er kann.

Für die Zukunft wünscht sich Haydar ein schnelleres Asylverfahren. Denn nur wer auch eine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann auch einen Sprachkurs machen. Ein Privileg, das laut Haydar der Schlüssel für viele Türen ist.

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Über die Autoren

Sinan Sevinc

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Eingeschrieben seit: SS 2014

Robin Müller

Crossmedia-Redaktion/Public Relations
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