Verhütung bei Frauen

Die Pille - Freund oder Feind?

22.12.2016

Die Antibabypille ist für viele junge Mädchen ein täglicher Begleiter. Obwohl sie in den meisten Fällen zur Verhütung genutzt wird, gibt es für Teenager noch weitere Gründe, täglich zur Pillenpackung zu greifen. Doch sind sie sich auch den Risiken bewusst?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAObwohl verschreibungspflichtig, ein Alltagsbegleiter für nahezu alle Frauen: Die Antibabypille | Quelle: Stefanie Stoll

Viele kennen diese Situation, vor allem junge Mädchen: Man lernt jemanden kennen. Anschließend folgen erste Dates und dann wird es auch schon ernster: Man bekommt seinen ersten richtigen Freund. Doch was dann? Was ist die beste Verhütungsmethode, auf was muss ich achten? Diese Fragen stellte sich auch die inzwischen 19-jährige Annalena. Welche Erfahrungen sie mit der Pille gemacht hat, hat sie Zweierlei erzählt.

Annalenas Erfahrungen mit der Antibabypille.

Doch die Pille wird nicht nur zu Verhütungszwecken genutzt. Denn dadurch, dass sie den Hormonhaushalt regelt, hat sie auch einen positiven Effekt auf das äußere Erscheinungsbild der Haut, wie bei Marie: „Als ich ungefähr 14 Jahre alt war, hatte ich starke Probleme mit meiner Haut. Ich habe sehr schnell Pickel bekommen." Nach vielen erfolglosen Versuchen ihr Hautbild mit teuren Salben und Cremes aus der Apotheke zu verbessern, hat sie eine Freundin um Rat gefragt. Diese hat ihr empfohlen, zum Frauenarzt zu gehen, weil das Problem an ihrem Hormonhaushalt liegen könnte. Der Frauenarzt verschrieb ihr dann die Antibabypille. „Nach ungefähr drei Monaten sah ich schon die ersten Erfolge. Mein Hautbild hat sich deutlich verbessert. Hinzu kommt, dass meine Regelschmerzen deutlich schwächer geworden sind. Dennoch nehme ich sie heute nicht mehr, da mir die Risiken und Nebenwirkungen zu hoch sind."

Auch Frauenärztin Frau Dr. Caroline Schmidt* hätte in diesem Fall ähnlich gehandelt. „Wenn bei den Patienten keine familiären Vorerkrankungen an Thrombose bekannt sind, ist die Pille meine erste Wahl. Denn sie ist die sicherste Methode zur Verhütung und reguliert zudem den Menstruationszyklus. Außerdem wird durch die Zufuhr vom künstlichen Östrogen und Gestagen der Hormonhaushalt geregelt. Dies lindert unter anderem die Regelschmerzen und sorgt für reinere Haut bei den Jugendlichen."

Diese positiven Effekte tragen dazu bei, dass die Antibabypille zu den beliebtesten Verhütungsmitteln der Deutschen gehört.

Statistik von Dezember 2011| Grafik: Stefanie Stoll via Piktochart; Quelle: statista.com

Dennoch ist die Antibabypille nicht für jeden geeignet. „Für die Einnahme der Pille benötigt man eine gewisse Reife, denn viele Mädchen nehmen die Pille nicht regelmäßig. In diesem Fall ist das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft natürlich hoch und man erhält nicht die gewünschte Wirkung", meint Schmidt. Außerdem steigt durch die Pille das Risiko, an Thrombose zu erkranken. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß oder im Herzen und verhindert dadurch den Blutstrom. Im schlimmsten Fall kann sie unter anderem zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen. Dem sollten sich die Jugendlichen bewusst sein, bevor sie sich ohne weitere Recherche die Pille verschreiben lassen.

*Name von der Redaktion geändert.

Total votes: 56
 

Über den Autor

Stefanie Stoll

Crossmedia-Redaktion/Public Relations
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2016