Hoffnung Deutschland

Flucht in die Zukunft

25.01.2016

Sieben Jahre lang war Warda auf der Flucht. Dann ist die junge Frau aus dem Irak in Deutschland angekommen. Genauso wie viele andere junge Flüchtlinge träumt sie hier von einer Zukunft in Sicherheit. Aber wie sehen die Perspektiven in einem Land aus, das man nicht kennt? Warda hat Motion ihre Geschichte erzählt.

Etwa 390.000 Erstanträge auf Asyl wurden im Jahr 2015 bisher in Deutschland gestellt. Das geht aus einer aktuellen Statistik vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hervor. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die sich ein Leben ohne Angst und die Chance auf eine Zukunft wünschen. Sie wollen den Krieg und Terror hinter sich lassen und stattdessen die Perspektiven und Möglichkeiten, die ihnen in ihrem Heimatland verwehrt geblieben sind. 70 Prozent der Schutzsuchenden sind unter 30 Jahre. Ungefähr die Hälfte sogar unter 25.

Zukunftsgestaltung ist oft schwierig

Es sind vorwiegend junge Erwachsene, die nach einer langen, oft schweren und gefährlichen Reise ihren eigenen Weg in Deutschland suchen. Wie allen jungen Menschen geht es auch ihnen darum, einen Beruf zu finden, der sie interessiert und ihnen Freude bereitet. Jeder, der schon einmal eine Ausbildungsstelle oder einem Studienplatz gesucht hat, weiß wie schwer das sein kann. Ist man dabei aber auch noch in einem fremden Land, in dem man die Strukturen nicht kennt und Herausforderungen wie Bürokratie und Sprache überwinden muss, ist es nahezu unmöglich ohne die Hilfe von Einheimischen. Fehlende formale Qualifikationen, wie zum Beispiel das Abitur, erschweren den Schutzsuchenden ihre Träume von einem Studium zu verwirklichen. In Deutschland angekommen und vom Staat akzeptiert müssen sie umdenken, sich einen Plan B suchen oder eben das nehmen, was kommt.

Eine Irakerin erzählt

Warda ist eine junge Frau, die vor ihrer Flucht im Irak gelebt hat. Als sie mit 19 Jahren in Deutschland ankommt, ist sie etwa gleich alt wie die Abiturienten hierzulande. Während viele von den Schulabgängern in die Welt reisen, um sich selbst zu finden, besucht Warda einen Sprachkurs nach dem anderen. Wie sich die junge Frau in Deutschland eine Zukunft aufbaut und welche Träume sie für ein Leben in Sicherheit aufgeben musste, erzählt sie im Gespräch mit Motion.

Asyl und jetzt?

Wie gestalten junge Flüchtlinge in Deutschland ihre Zukunft? Warda erzählt eine Geschichte von geplatzten Träumen, großen Überraschungen und attraktiven Perspektiven.

Arbeit als tragender Faktor für Integration

Als ihre größte Chance beschreibt Warda ihre Ausbildung. Die junge Irakerin hat als Zahnarzthelferin eine Perspektive gefunden und das kann besonders für junge Flüchtlinge wichtig sein. Eine im Februar 2015 erschienene Studie der Bertelsmann Stiftung zum Thema Arbeitsintegration von Flüchtlingen in Deutschland kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Arbeit nicht nur ein tragender Faktor für die Integration, sondern auch für das Selbstwertgefühl der Zuwanderer ist. Außerdem könne Arbeit dabei helfen, wieder Normalität in ein Leben zu bringen und traumatische Erlebnisse zu bewältigen. Für die jungen Erwachsenen kann eine Arbeitsstelle also noch deutlich mehr, als nur eine finanzielle Einnahmequelle bedeuten. Es ist eine Chance endlich wirklich anzukommen und soziale Kontakte in ihrer neuen Heimat zu knüpfen.

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Über den Autor

Larissa Urbiks

Crossmedia-Redaktion (Bachelor)
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2015