Permakultur

Gärten der Zukunft?

09.02.2015

Erdbeben, Tsunamis, Überschwemmungen oder Dürren. Die mangelnde Anpassung der Menschen an die Natur verstärken die Katastrophen, so die UNESCO. Durch eine an den Standort angepasste Landwirtschaft zum Beispiel könne der Grad ihrer Auswirkungen und somit das Gefahrenpotenzial allerdings deutlich verringert werden. An diesem Punkt setzt auch die Permakultur an.

Ertragreiche Ernte im eigenen Garten dank Permakultur (Copyright: Saskia Hörmann)

Der Klimawandel und das gewaltsame eingreifen in die Natur, wie etwa durch die Abholzung der Wälder, erhöhen das Gefahrenpotenzial von Naturkatastrophen. Die Australier Bill Mollison und David Holmgren erkannten das schon früh. Um dem entgegen zu wirken entwickelten sie Mitte der 70er-Jahre das Konzept der „permanent agriculture", zu Deutsch „dauerhafte Landwirtschaft". Der Gedanke dahinter war simpel. Man schaffe dauerhaft funktionierende und nachhaltige Kreisläufe, von denen sowohl Mensch und Tier als auch Natur profitieren. Ein weiteres Ziel der Permakultur ist es, die vorherrschenden Monokulturen, die sich ausschließlich auf ein einziges Erzeugnis konzentrieren, durch Diversität zu ersetzen. Die natürliche Artenvielfalt, die im Laufe der Jahre mehr und mehr von der industriellen Landwirtschaft verdrängt wurde, soll wiederendeckt und gefördert werden. Zudem benötigen Monokulturen viel Energie, während die Permakultur versucht, mit wenig Aufwand und niedriger Belastung der natürlichen Ressourcen einen hohen Ertrag zu erzielen. Idealerweise wird die anfallende Arbeit reduziert und somit das Leben eines Landwirts oder Gärtners erleichtert. Es soll mit und nicht gegen die Natur gearbeitet werden.

Der Natur wieder einen Schritt näher kommen

Um dies zu erreichen, setzt die Permakultur auf bestimmte Gestaltungsprinzipien. Die Grundlage bildet eine sorgfältige Beobachtung der Umwelt. Da man so naturnah wie möglich gestalten möchte, ist es wichtig erst das Zusammenwirken der Naturvorgänge zu erkennen. So kann man zum Beispiel beobachten, dass Erdbeeren in der Nähe von erwärmten Steinen besser gedeihen als an anderen Standorten. Sonneneinstrahlung, Windrichtung oder der natürliche Wasserfluss, der nach einem Regenschauer entsteht, können ebenfalls gewinnbringend eingesetzt werden. Auch das Verwerten von sonst eher lästigen Kompost- und Gartenabfällen kann andere Bereiche durch Nährstoffversorgung und Wärmezufuhr effektiv unterstützen. Die Permakultur lehrt, sich solche naturgegebenen Dinge zu Nutzen zu machen.

Permakultur im eigenen Garten

Mittlerweile hat die Permakultur nicht nur Einfluss auf die Landwirtschaft genommen, sondern unter anderem auch auf die Landschafts- und Gartengestaltung. Die Menschen sind sich immer häufiger einig darüber, dass unser zukünftiger Weg uns zurück zur Natur führt. Da die Prinzipien der Permakultur für jeden erlern- und anwendbar sind, entscheiden sich viele dafür, Ihren eigenen Garten dementsprechend umzugestalten. Interessierte haben vielerorts die Möglichkeit solche permakulturell angelegten Gärten zu besichtigen. Einer dieser Gärten befindet sich im beschaulichen Städtchen Herrieden in Mittelfranken. Der Hortus Felix, was so viel bedeutet wie „glücklicher Garten", misst 2800 Quadratmeter. Eigentümer des Grundstücks ist Markus Gastl. Der Hortus Felix ist bereits sein zweites großes Gartenprojekt. Zuvor legte er den Hortus Insectorum an. Ein 7500 Quadratmeter großer Garten, der speziell der Förderung von Schmetterlingen und Wildbienen dient. Im November 2012 startete er dann das Projekt Hortus Felix.

Anbauen und Ernten – Elemente der Permakultur für maximalen Ertrag

Der leidenschaftliche Hobbygärtner, der jede freie Minute in einem seiner Gärten verbringt, kann bereits nach knapp 24 Monaten zahlreiche Elemente der Permakultur präsentieren. Weitere sind in Planung.

Link: Hier geht es zur interaktiven Bilderstrecke.

Einer der Gründerväter der Permakultur ist der Australier Bill Mollison. Für sein nachhaltiges Konzept wurde er 1981 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

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Über den Autor

Saskia Hörmann

Crossmedia Redaktion/Public Relation
Eingeschrieben seit: SoSe 14