Ernährung

Gesundes Fast Food in Stuttgart: Wo schmeckt’s am besten?

13.11.2014

Lecker und schnell sollte es sein – wenn möglich auch noch gesund. Der Trend geht zum hochwertigen Fast Food. Selbst gemachte Produkte aus frischen Zutaten sind gefragt. Auch in Stuttgart bekommen die klassischen Fast-Food-Ketten immer mehr Konkurrenz durch Wraps, Sandwiches und Salate.

Wer kennt diesen Moment nicht? Man sitzt zu Hause vor dem Fernseher, der Kühlschrank ist wie leer gefegt, aber der Magen knurrt. Meistens wird gerade dann auch noch die neueste Burger-Werbung gezeigt, sodass einem regelrecht das Wasser im Mund zusammenläuft. Was auf der Mattscheibe so lecker aussieht, ist in der Realität aber nicht annähernd so reizvoll.

Das dachten sich auch einige Stuttgarter und so ließen sich im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr Anbieter für gesundes und hochwertiges Fast Food in der schwäbischen Landeshauptstadt nieder.

San’s setzt bewusst auf frische und gesunde Produkte

Einer dieser Anbieter ist San’s. Ursprünglich als reine Sandwichbar gestartet, wurde das Angebot immer wieder an aktuelle Trends angepasst. So stehen neben den klassischen Sandwiches inzwischen auch Suppen, Salate, Panini sowie Desserts auf der Karte – alles selbst gemacht, wie Geschäftsführer Chari Lazaridis betont. Hinzu komme, dass stets gesunde sowie frische Produkte aus der Region verwendet würden. Und auch Menschen, die sich vegan ernähren wollen kommen laut Lazaridis nicht zu kurz: „Wir haben immer drei bis vier vegane Produkte. Also von Hauptgericht bis Dessert."

Gekocht wird bei San’s für alle Filialen – inzwischen sind es vier – in einer gemeinsamen Küche. So sei gewährleistet, dass die Speisen trotz unterschiedlicher Standorte überall gleich schmecken. „Das wissen die Kunden zu schätzen", meint Lazaridis. Diese seien dann auch gerne bereit, etwas mehr für ihr Essen auszugeben. „Wir sind sicherlich nicht die Billigsten, das können wir ja auch nicht. Wenn wir eine gewisse Qualität bieten wollen, geht es eben nicht anders", versucht Lazaridis den Preisunterschied zu den großen Ketten zu erklären.

Pokkez ist speziell bei Frauen sehr beliebt

„Schnell, lecker und gesund" – so lautet der Slogan, mit dem Pokkez seine Produkte bewirbt. Neben diversen Wraps und Suppen stehen auch Salate zur Auswahl. „Wir wollen schnelles und gesundes Essen zusammenbringen", meint Geschäftsführer Zoran Steko. Auch vegetarische und vegane Produkte sind ein fester Bestandteil des Angebots. Steko selbst isst gerne im eigenen Restaurant: „Ich bin Sportler und habe mich tatsächlich fast ein Jahr lang drei bis vier Mal wöchentlich von unseren eigenen Wraps ernährt, weil ich weiß, dass mir das gut tut." Ein weiterer Vorteil für Studenten und Geschäftsleute – welche gerne auf das Angebot zurückgreifen – ist laut Steko, dass man nicht in das typische Mittagsloch fällt. Auch bei Frauen erfreut sich Pokkez einer großen Beliebtheit. „Wir haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Frauen", sagt Steko. Diese würden einen größeren Wert auf Ernährung und ihre Figur legen.

Ein Wrap hat je nach Belag zwischen 400 und 560 Kalorien. Für Sportler ist das eine leichte Mahlzeit, für weniger aktive Menschen dagegen deckt es rund ein Viertel des täglichen Kalorienbedarfs. Das darf es aber auch, weil es lang anhaltend satt macht. Beide Geschäftsführer sind sich einig: In Zukunft wird die Nachfrage nach gesundem Fast Food innerhalb der Bundesrepublik weiter zunehmen. „In der Hinsicht stehen wir erst am Anfang", vermutet Lazaridis, der sich allerdings nicht vorstellen kann, dass das klassische Fast Food auf lange Sicht gänzlich abgelöst wird. Dazu sei es zu vielen Menschen egal, was sie zu sich nehmen.

Gesund oder ungesund - Stuttgart wählt

Wie stehen die Stuttgarter zur Thematik „Gesundes Fast Food"? Wir haben es herausgefunden.

Statt Kantine zum guten, alten Pausenbrot greifen

Elvira Schwörer ist Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Für sie ist klar: Gesundes Fast Food besteht aus einer kleinen Fleischportion und einer großen Gemüse- oder Salatportion. „Als Getränk sollte man Wasser wählen", rät die Expertin. Auch für alle Kantinenbesucher hat sie einen Tipp: Statt zu viel Fleisch und Beilagen könne man um eine größere Portion Gemüse bitten. Und wenn das nicht klappt, empfiehlt Frau Schwörer noch den Griff zur Vesperbox: „Belegtes Vollkornbrot und dazu reichlich geschnittenes Gemüse oder Obststückchen." Auch Reste vom Vortag sind in Ordnung: „Denn wenn ich selbst koche, kann ich auch bestimmen, was auf meinem Teller landet."

Karin Hofele, ebenfalls Ernährungswissenschaftlerin, kritisiert vor allem die Schnelligkeit des Essens: „Wer schnell isst, kaut oft nicht gut und isst meist mehr als notwendig." Zum gesunden Fast Food zählen für sie Gemüsesuppen, Wraps und Sushi. Wer viel außer Haus isst, nimmt im Durchschnitt deutlich mehr Kalorien pro Tag zu sich, als diejenigen, die zu Hause selbst kochen, erklärt die Expertin. Auf die Frage, warum ausgerechnet so viele gebildete Menschen gesundes Fast Food für sich entdecken weiß Hofele eine Antwort: „Menschen mit höherer Bildung und höherem Einkommen achten im Durchschnitt mehr auf ihre Gesundheit und ihre Ernährung. Sie sind auch bereit, mehr Geld für hochwertiges Essen auszugeben."

Wer also in Zukunft wieder einmal zu Hause vor dem Fernseher sitzt und Lust auf Fast Food verspürt, dabei aber nicht unbedingt in die Fettfalle treten will, sollte gesundem Fast Food eine Chance geben.

Link: Hier geht’s zur Karte für gesundes Fast Food in Stuttgart.

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Über die Autoren

Christoph Donauer

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