Musikbranche aus der Sicht der Künstler

How to: Musiker von Beruf

27.12.2016

Ausverkaufte Stadien, kreischende Fans, lange Partynächte und im Geld schwimmen – der Traum jedes Vollblutmusikers. Doch mal ehrlich: Wie kommt man mit seiner Musik ganz groß raus?

Das Leben als Musiker bringt Höhen und Tiefen mit sich. Wichtig ist ein Weg, der zum Erfolg führt. |Quelle: Luca Merkle

Da gibt es doch tausende Möglichkeiten – oder? Aber welche? Kein David Guetta, kein Angus Young und keine Taylor Swift sind einfach so in den Musikolymp aufgestiegen. Gerade die Musikbranche ist riesig und der Weg bis an die Spitze steinig und schwer. Nicht nur das: Der Aufbau des Musikmarkts ist auch noch sehr verwirrend. Bringen wir etwas Licht ins Dunkel und zeigen, wo man als junger Künstler anfängt.

Der Kreativsektor

Klar, wenn ihr professionelle Musiker werden wollt, solltet ihr zwei entscheidende Dinge mitbringen: Talent und Hingabe für die Musik. Egal ob als DJ, Sänger, Gitarrist oder Schlagzeuger. Die Kreativschaffenden bilden das wirtschaftliche Fundament der Branche. Unterschieden wird zwischen Unterhaltungsmusik und ernster Musik. Da der Großteil von euch keine jungen Beethovens sind, nehmen wir im Folgenden die Unterhaltungsmusik genauer unter die Lupe.

Den ersten Schritt machen

Ihr seid Solokünstler oder habt eine Band? Ganz egal. Der erste Schritt ist, Aufmerksamkeit zu generieren. In Zeiten von Social Media und Streaming-Diensten gibt es viele Möglichkeiten, sich eine kleine Fanbase zuzulegen. Nehmen wir als Beispiel den kanadischen R’n’B Musiker The Weeknd. Bis zum Jahr 2010 war der 26-Jährige noch völlig unbekannt – bis er anfing, seine Musik auf YouTube zu veröffentlichen. Mit großem Erfolg: Unter den Hörern war auch Rapper und Landsmann Drake, der The Weeknd unter Vertrag nahm.

Doch nicht jeder bekommt direkt einen Plattenvertrag, wenn er seine Musik ins Netz stellt. „Das Ganze hat zwei Seiten. Zum einen ist es super, wenn man etwas Neues aufbaut und seine Musik präsentieren will", sagt Micki Richter, Gitarrist aus Plochingen. „Zum anderen gibt es eine breite Masse an Künstlern, gegen die man sich durchsetzen muss", doch Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Richter ist an zahlreichen Bandprojekten beteiligt. Eines davon ist die Schweizer Band Black Mount Rise. Zusammen haben sie ein eigenes Label gegründet und konnten Sony als Vertriebspartner gewinnen.

Der Weg zum Label

Wenn ihr schon eine kleine Hörerschaft habt, wollt ihr natürlich eure Musik in Form eines Albums veröffentlichen. Dabei gibt es nur ein Problem: Als klassischer Newcomer verfügt man häufig nicht über die nötigen Mittel, eine professionelle Produktion und die damit verbundenen Aufgaben zu stemmen. „Ein Label besitzt Vertriebsstrukturen, vermittelt Kontakte und kann dem Künstler bei der Albumproduktion helfen", so Niko Prade, Künstlermanager beim Vinyl-Label „Day By Day Records" in Stuttgart.

Labels greifen dem Künstler auch bei der Promotion und dem Marketing unter die Arme. Das bedeutet aber nicht, dass die Musiker sich zurücklehnen sollten. „Alle unsere Bands geben 100 Prozent und bringen jeden Tag neue Ideen zu ihren aktuellen Projekten", sagt Prade. Schließlich möchte jeder an seinem Projekt über die Musik hinaus mitwirken – insbesondere dann, wenn tausende Stunden an Arbeit investiert werden.

Ohne Moos nix los

Aber wie verdient man mit Musik konkret Geld? Hierbei gibt es verschiedene Wege. Bei Live-Auftritten etwa werden Gagen bezahlt. In welcher Höhe diese liegen, hängt von der Größe des Konzerts oder Festivals ab und davon, welchen Bekanntheitsgrad der Interpret hat.

Bei Studioproduktionen ist das ganze etwas komplizierter. In Deutschland existieren die beiden Gesellschaften GEMA und GVL. Dabei kümmert sich die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) um die Urheber, also die Komponisten oder Texter der Songs. Die GVL, Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten, hingegen um die ausübenden Künstler und die Tonträgerhersteller, also die Labels. Beide kontrollieren die Nutzung der Musik. Das bedeutet, immer wenn ein Song öffentlich gespielt wird, etwa im Radio, müssen die Produzenten durch einen kleinen Beitrag vergütet werden.

Auf geht’s!

Wichtig ist es in der heutigen Zeit, Präsenz zu zeigen. Alles und Jeder wird schnell vergessen. Wenn ihr daheim schon einen Schatz an selbstkomponierten Meisterwerken habt, traut euch, die Musik anderen zu präsentieren. Selbst wer das Social-Media-Universum nicht mag, sollte seine Fans immer auf dem Laufenden halten. Also ran an die Instrumente, Musik einspielen, online stellen und los geht’s!

Tipps für Newcomer

Experten schätzen den heutigen Musikmarkt ein und geben Tipps für die, die Musik zum Beruf machen wollen. Einfach mit der Maus auf das Bild und die Punkte auf den Gitarrensaiten anklicken.| Quelle: Luca Merkle

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Über den Autor

Luca Merkle

Crossmedia Redaktion/ Public Relations
Eingeschrieben seit: Sommersemester 16