Landesgartenschau

Im Schatten der Pflanzen

07.06.2016

Von morgens bis abends frästen, bepflanzten, pflegten und mähten die Landschaftsgärtner des Baubetriebshofs in Öhringen das Landesgartenschaugelände. Die meisten der Zuschauer sehen nur das Ergebnis und denken nicht an die lange Vorbereitungszeit. Hans Stauber ist Leiter des Grünbereiches. Er weiß, welcher Arbeitsaufwand hinter den Blumenbeeten der Landesgartenschau steckt.

Hans Stauber bespricht mit den Mitarbeitern, wie eine neue Parkfläche für die Gartenschau bepflanzt werden soll. |Foto: Luisa Kübler

„Wir starten jeden Morgen um sieben Uhr mit einer Dienstbesprechung im Baubetriebshof", erklärt der Leiter des Gärtnerteams Hans Stauber. „Dort bekommen die Mitarbeiter ihre Aufträge für den kommenden Tag." Momentan sind 20 Landschaftsgärtner und drei Auszubildende tätig. Eingeteilt in Teams bepflanzen die Zuständigen anschließend Beete, pflegen die Grünflächen und setzen die Aufträge für die Landesgartenschau um. Der Öhringer Baubetriebshof ist für die gesamte Grünpflege der Stadt zuständig. Seit 2012 starteten zusätzlich die Vorbereitungen für die Landesgartenschau.

Eigene Kreativität ist gefragt

„Häufig bekamen wir Pläne vorgelegt, wie Beete für die Gartenschau bepflanzt werden müssen. Es gab aber auch Projekte, bei denen wir Gestaltungsfreiheiten hatten. Die Bepflanzung um den Kletterturm und der Weinberghütte durften wir uns beispielsweise überlegen", erklärt Stauber. Bei der Landesgartenschau übernehmen die Mitarbeiter des Bauhofes vielseitige Aufgaben: Sie bepflanzen Blumenbeete und sind für die Pflege der Blumen zuständig, mähen die Grünflächen und entsorgen den Müll der Besucher. Stauber selbst war noch nicht als Besucher auf dem Gartenschaugelände. Dennoch erfülle es ihn mit Stolz, die Ergebnisse zu sehen, sagt er. Falls Kritik aufkommt, nehme er das als Gärtner teilweise persönlich, gibt Stauber zu. Doch es gebe eben unterschiedliche Geschmäcker und Meinungsverschiedenheiten.

Landesgartenschau
„Bei einer Landesgartenschau präsentiert eine Stadt oder eine Region gemeinsam mit dem Bundesland eine neu gestaltete, dauerhafte Grünfläche. Im Sommer der Ausrichtung kommen temporär weitere Blumenbeete und besonders gestaltete Gartenbeispiele dazu sowie Ausstellungsbeiträge von Vereinen, Organisationen und Schulen der ausrichtenden Stadt. Dazu kommt ein vielseitiges Kultur- und Unterhaltungsprogramm. In Baden-Württemberg wechseln sich immer eine Landesgartenschau und ein so genanntes Grünprojekt (kleine Landesgartenschau) ab. Die Landesgartenschau ist von der Fläche wie von der finanziellen Ausstattung her etwa dreimal so groß wie eine kleine. Die ausrichtende Kommune verfolgt mehrere Ziele: Mit der Erschließung neuer und dauerhafter Grünflächen möchte sie die Lebensqualität und das ökologische Klima im Ort verbessern. Häufig werden langjährige Brachen oder ungenutzte bzw. vernachlässigte Landstriche am oder im Stadtgebiet in attraktive Freizeit- und Grünanlagen mit Erholungsfaktor umgebaut." Quelle: Sabine Klotzbücher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landesgartenschau Öhringen 2016.

Herausforderungen stehen auf der Tagesordnung

Der Zeitdruck komme bei einem so großen Projekt automatisch, erklärt Stauber, außerdem sei das Wetter häufiger ein Problem gewesen. Die Pflanzen seien sehr witterungsempfindlich und gerade im Aprilwetter müssten die Gärtner die Blumen schützen. „Natürlich gab es Abstriche bei den sonstigen Alltagsaufgaben, das wird sich aber jetzt wieder einspielen. Unsere Mitarbeiter haben die letzten Wochen viele Überstunden gemacht, um trotzdem alle Arbeit erledigen zu können", berichtet Stauber. Außerdem wirkten noch andere Gärtnereien bei der Bepflanzung des großen Geländes mit. So übernahm der Bauhof die Erstellung und Pflege der Beete außerhalb des Hofgartenzauns und an Aussiedlerpunkten wie der Naturoase. Stauber ist froh, den Auftrag für die Landesgartenschau bekommen zu haben. „Es war toll, diese Herausforderung anzunehmen und die Chance zu bekommen, als Gärtner mitzuwirken.” Auch die Mitarbeiterinnen Carmen Roth und Kathrin Gebhardt seien bei den Vorbereitungen der Gartenschau beteiligt gewesen, beispielsweise bei der Bepflanzung der Naturoase.

Entstehung eines Beetes

„Es war total unterschiedlich, wie lange wir für die Bepflanzung eines Beetes brauchten", erklären die beiden Frauen. Zuerst musste die Fläche gefräst werden, dann kamen Erde und Dünger zur Aufbesserung und dann konnte man bepflanzen. „Die Tulpen zum Beispiel hatten wir schon im Herbst gesteckt und die blühen erst jetzt. Sonst entstanden die Beete relativ schnell. Wenn die Pflanzen vor Ort waren, schafften wir mehrere Beete an einem Tag", erzählt Carmen Roth. Ein Lieblingsbeet haben die beiden nicht, „die Blütenexplosion im Frühling ist generell genial". Auch Stauber scheint die Arbeit mit den Pflanzen zu gefallen: „Ich hatte bei der Landesgartenschau keine Lieblingstätigkeit. Ich liebe meinen Beruf, der beinhaltet alles", erzählt er und schmunzelt. Wie die Landschaftsgärtner die Gartenschauaufträge umgesetzt haben, sei zufriedenstellend.

Rückblick zur Vorbereitungszeit

„Unsere Ziele haben wir zu 90 Prozent erreicht. Manchmal wurden Pflanzen zu spät geliefert, dann verschoben sich Termine", erklärt Stauber. Sonst habe es aber wenige Komplikationen gegeben und die Landesgartenschau öffnete ihre Tore zum geplanten Zeitpunkt.

Einblicke in die Projekte der Landschaftsgärtner bei der Landesgartenschau in Öhringen 2016

Von den ersten Vorbereitungen der Grünflächen bis hin zu den fertigen Blumenbeeten war es ein langer Weg für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes in Öhringen.

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Über den Autor

Luisa Kübler

Crossmedia-Redaktion/Public Relations
Eingeschrieben seit: Wintersemester 2015/2016