Umgang mit Flüchtlingen

Wer hilft den Hilflosen?

07.05.2015

2014 wurden mehr als 200.000 Asylanträge in Deutschland gestellt. Fast täglich hört man Berichte über die unglaublichen Mengen an Flüchtlingen, die hier Ihre Chance auf ein besseres und sicheres Leben suchen. Doch wer kümmert sich um sie?

Laut einer aktuellen Statistik der UN-Flüchtlingshilfe sind bereits im laufenden Jahr 2015 mehr als 1600 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Einer der aktuellsten Fälle ereignete sich im April dieses Jahres, bei dem nach derzeitigen Schätzungen 700 Flüchtlinge vor den Grenzen Maltas verstorben sind. Die Vertreter der europäischen Union bewerben öffentlich Menschenrechte und Freiheit, doch die eigentliche Arbeit wird an ganz anderen Stellen verrichtet. Egal ob Berlin, Frankfurt oder Hamburg: Bundesweit arbeiten Flüchtlingsannahmestellen und Verwaltungen auf Hochtouren, um den Menschen aus aller Welt Sicherheit und Unterstützung zu garantieren.

Wie gehen die Städte damit um?

Hier in Freiburg opfern die städtischen Ämter bereits einiges ihrer Arbeitszeit, um der geballten Masse an Flüchtlingen standzuhalten. Die Flüchtlinge und Asylsuchenden kommen aus der ganzen Welt: Afrika, naher Osten oder Asien, doch besonders Menschen aus dem Kosovo beziehen in den Freiburger Wohnheimen Ihre Unterkunft. Stand Mai 2014 leben insgesamt 1101 Flüchtlinge in Freiburg. Davon sind ca. 80% auf die sechs städtischen Flüchtlingswohnheime verteilt, die restlichen Flüchtlinge sind in privaten Wohnungen oder in Erzdiözesen untergebracht. Mittlerweile suchen 70 asylbegehrende Menschen pro Monat eine Unterkunft – knapp 40 Prozent mehr Menschen pro Monat als noch vor eineinhalb Jahren! Dieser rasante Anstieg stellt für die Städte, Länder und den Bund nicht nur ein Platzproblem dar, sondern wird vielmehr zum Kostenproblem: Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) betrugen im Jahr 2013 die Gesamtleistungen 5,65 Mio. €. Für das Jahr 2014 beträgt das vorläufige Rechnungsergebnis 6,95 Mio. €. Weitere Informationen zu dem AsylbLG finden Sie in der Infobox neben diesem Beitrag.

Über die Probleme der Flüchtlinge in Freiburg habe ich mit Frau Petra Geppert und Herrn Christian Peters besprochen. Beide arbeiten sie beim städtischen Amt für Wohnungsvergabe, welches sich unter anderem um die Flüchtlingswohnsituation in Freiburg kümmert. Mehr zu den Aufgaben der beiden, Ausblicke auf die Zukunft und Hilfsmöglichkeiten erfahren sie im folgenden Interview.

Asylbewerberleistungsgesetz

Das Asylbewerberleistungsgesetz, kurz AsylbLG, regelt seit 1993 die staatliche finanzielle Unterstützung von Asylbewerbern, Flüchtlingen und Ausländer mit befristetem Aufenthalt in Deutschland. Laut §3 soll der „notwendige Bedarf an Ernährung, Unterkunft, Heizung, Kleidung, Gesundheitspflege und Gebrauchs- und Verbrauchsgütern des Haushalts" gedeckt werden.

Wer hilft den Hilflosen? – Interview von Alexander Pillo

In diesem Interview mit Petra Geppert und Christian Peters, beide Mitarbeiter der Stadtverwaltung Freiburg, geht es um die Flüchtlingssituation in Freiburg.

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Über den Autor

Alexander Pillo

Crossmedia-Redaktion/Public Relations
Eingeschrieben seit: Wintersemester 2014/2015