Wissenschaftlicher Aspekt der künstlichen Intelligenz

Willkommen in der Zukunft

28.12.2016

Extremer Fortschritt: Das beschreibt die Forschung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren am besten. Praktische Einsatzmöglichkeiten werden immer vielfältiger. Intelligente Maschinen sind mittlerweile in der Lage, komplexe Aufgaben zu erledigen, die bisher nur von Menschen bewältigt werden konnten. Doch was macht diese intelligenten Systeme aus? Und mit welchen Entwicklungen können wir in absehbarer Zukunft rechnen?

Die Zukunft: KI-Assistenten bald auch verbreitet mit Robotik verknüpft? | Quelle: Laila Abdalla

„Künstliche Intelligenz", „Intelligente Roboter", „Selbstlernende Systeme": Sofort erscheinen Bilder à la I, Robot oder Ex Machina im Kopf. Die von Hollywood gefertigten Impressionen haben mit künstlicher Intelligenz wenig bis gar nichts zu tun. Bevor man sich der Frage nach der Zukunft und den Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz (KI) zuwendet, sollte zuerst geklärt werden, was unter diesem Begriff verstanden wird.

Professor Dr.-Ing. Maucher ist Dozent an der Hochschule der Medien in Stuttgart und Experte auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Er erklärt was man unter „Künstliche Intelligenz" versteht.

KI-Systeme und Datenbanken: Was genau ist KI und wo wird sie eingesetzt?

Dass ein herkömmliches Frage-Antwort-System nicht gleich intelligent sein muss, zeigt sich an klassischen Datenbanken, die in beinahe jedem Büro Anwendung finden. Eine Datenbank, so Professor Dr. -Ing. Baukhage, Vertreter des  Multimedia Pattern Recognition Gebiets am Frauenhofer-Institut IAIS, weiß wo entsprechende Datensätze in einem System liegen und liefert diese schnell zurück. Eine KI könne hingegen aus gesammelten Daten interessante Auffälligkeiten oder Überschneidungen herausfiltern und daraus lernen. „Data-Mining" wird dieser Vorgang in Fachkreisen genannt.

Viele Unternehmen, wie zum Beispiel der aus den USA stammende und auch in Stuttgart ansässige IT-Riese IBM (International Business Machines Corporation), haben sich der Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz zugewandt und sind heute Teil des weltweiten Booms um KI. „Watson", IBM’s eigenes kognitives Computersystem, hat in den letzten Jahren immer mehr Bekanntheit erlangt. Das selbstlernende Computersystem kann Informationen aus Daten gewinnen und selbstständig Schlüsse daraus ziehen.

Hans-Jürgen Rehm, Pressesprecher bei IBM Deutschland, nennt im Interview einige Beispiele: In mehreren Hilton Hotels im US-Staat Virginia zum Beispiel, begrüßt seit Anfang des Jahres „Connie”, ein kleiner Roboter-Concierge, der mit dem Watson-System verknüpft ist, die Gäste.

Hier in Deutschland wird Watson derzeit im Zuge eines zwölf-monatigen Pilotprojekts für die Rhön-Klinikum AG als Arzt-Assistent getestet, indem er beispielsweise personalisierte Patientenbehandlung inklusive Diagnose- und Therapievorschlägen anbietet und somit hilft, schneller und präziser zu behandeln.

Wie das Watson-System bereits eingesetzt wird:

Neun Bilder die zeigen, wie Watson bereits über den Globus verteilt aktiv ist.| Quelle: IBM

Der Fortschritt im Bereich des maschinellen Lernens ist zweifellos weltweit. „In Deutschland hat es jedoch ein klein wenig länger gedauert, bis der Boom ankam", erklärt Professor Bauckhage. Studenten, die im Bereich Informatik studieren, kommen anhand von Neuheiten wie „Gesichtserkennung" heute schon vermehrt mit KI in Berührung.

Professor Dr.-Ing. Maucher darüber, wie junge Menschen heute schon mit KI in Berührung kommen.

Sind KI-Systeme wirklich notwendig?

Bei den immer wieder aufkeimenden Diskussionen um KI stellt sich zwangsläufig die Frage: Sind wir Menschen nicht genug? Eine Frage, mit der sich die Experten in diesem Bereich fast täglich konfrontiert sehen. Rehm versichert dennoch, dass KI nicht den Menschen ersetzen soll. Viel eher sollen kognitive Systeme wie Watson als „Verlängerung der eigenen Sinne" dienen. Im heutigen Informationszeitalter, in dem täglich eine Vielzahl an Daten anfällt, brauche man Systeme, die diese Datenmengen überblicken und auswerten können. Hier kommen KI-Systeme ins Spiel. Systeme, die intelligent vorfiltern, auswerten und maßgeschneiderte Informationen liefern.

KI-Systeme, egal wie weit sie auch ausgereift sein mögen, sind noch lange nicht perfekt und dem Menschen nicht „ebenbürtig". Doch sollen sie das überhaupt sein? Der hierbei entscheidende Aspekt ist die Lernfähigkeit der Systeme. Gerade in den letzten Jahren hat sich in diesem Forschungsspektrum um KI-Systeme einiges getan, beweisen die häufiger werdenden Berichterstattungen rund um das Thema. Die Geschichte der KI-Entwicklung geht schon 70 Jahre zurück.

Die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte der künstlichen Intelligenz | Quelle: Laila Abdalla und Svenja Holbeck via Piktochart

Visionen für eine Zukunft mit KI

Eine wirklich genaue Zukunftsprognose lässt sich nicht geben. „Ein Prophet bin ich nicht", sagt Rehm dazu. Eine (Wunsch-)Vorstellung haben trotzdem alle.

Professor Dr. -Ing. Maucher darüber, was er sich von KI in der Zukunft erwartet und wie seiner Vorstellung nach diese Zukunft mit weiterentwickelter KI aussehen wird.

Professor Bauckhages Einschätzung nach wird KI in Zukunft noch drastischere Veränderungen mit sich bringen. „In letzter Zeit ist so viel passiert, dass ich mittlerweile davon ausgehe, dass wir irgendwann in den nächsten 20 Jahren echte künstliche Intelligenz, im Sinne von menschenähnlicher Intelligenz, haben werden."

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Über die Autoren

Svenja Holbeck

Crossmedia Redaktion/ Public Relations
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2016

Laila Abdalla

Crossmedia Redaktion/Public Relations
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2016