Gemeinnützige Organisation

Youth Bank - von Jugendlichen für Jugendliche

09.02.2015

Banken sind langweilig, konservativ und nur auf ihren eigenen Profit aus? Nicht die Youth Bank. Sie ist eine gemeinnützige, internationale Stiftung geleitet von Jugendlichen, die Geld verschenkt, statt es zu verlangen. Auch in Stuttgart hat sich ein Team zusammengefunden.

Mirjam Zschietzschmann und Christos Labis sind Banker bei der Youth Bank. Aber beide gehen noch zur Schule, bzw. Uni, sind unter 25 Jahre alt und verlangen kein Geld für ihre Tätigkeit. Denn die Youth Bank ist keine Bank im eigentlichen Sinne.

Oft haben junge Menschen Projektideen, die an der Umsetzung scheitern. Vor allem fehlende finanzielle Möglichkeiten und mangelnde Erfahrung sind ein Problem - die Youth Banks wollen dafür Abhilfe schaffen. Entstanden ist die Initiative 2001 in England und hat sich nach Deutschland herumgesprochen.

Vor zehn Jahren wurde zum ersten Mal ein Projekt in Berlin gefördert. Seitdem stieg die Zahl der Jugendbanken und somit auch die Zahl der geförderten Initiativen an – zur Zeit sind es zehn aktive Teams bestehend aus jeweils zwei bis zehn Personen, die sich in Deutschland um die Betreuung und Finanzierung gemeinnütziger Projekte kümmern. Bei der ganzen Organisation steht ein Gebot im Vordergrund: Erwachsene haben kein Mitspracherecht. Dieses Konzept funktioniert, auch wenn es sich erst beweisen musste, denn am Anfang waren einige kritisch: „Jugendliche ganz allein über Geld entscheiden lassen? Wo kommen wir denn da hin?"

Das Jugend-Team aus Stuttgart beweist, dass sie nicht nur mit Geld umgehen können, sondern auch gut organisiert und sozial engagiert sind. Seit 2009 gibt es die Youth Bank im Ländle. Christos ist Gründungsmitglied und Mirjam ist 2011 dazu gestoßen. Mirjam erzählt: „Wir haben circa drei Projekte pro Jahr die wir mit Erfolg unterstützen. Einmal im Jahr gibt es ein Netzwerktreffen bei dem alle Youth Banks zusammenkommen. Hier werden Tipps und Infos ausgetauscht." Sonst sind sie aber auf sich gestellt und arbeiten selbstständig mit den Projektgründern zusammen.

Projektförderung durch Geld und Kontakte

Doch reichen finanzielle Mittel allein aus für eine erfolgreiche Verwirklichung? Die Youth Banker glauben nicht. Deshalb wird den Projekten nicht nur Geld geschenkt, sondern auch mit anderen Punkten geholfen. Beispielsweise bei der PR-Arbeit, beim Location-Scouting oder bei der Organisation des Caterings. Einige Voraussetzungen müssen die Projektgründer aber erfüllen. Erstens: Sie müssen unter 21 Jahre alt sein. Zweitens: Die Idee muss einen gemeinnützigen Sinn haben und somit mehreren Leuten zu Gute kommen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann man sich bei einer lokalen Youth Bank um Förderung bewerben.

Aber wie kann eine Bank funktionieren, die nur Geld verschenkt, ohne etwas dafür zu verlangen? Hierbei kann die Youth Bank auf ihre – vor allem lokalen – Förderer zurückgreifen, die die Initiative finanziell tragen. Auch die Deutsche Kinder- und Jugendinitiative unterstützt die Organisation. Pressesprecher Alexander Berens meint: „Jugendliche unterstützen Gleichaltrige mit Know-how und Geld bei der Umsetzung ihrer Projektideen – ohne lange Anträge an große Förderinstitutionen. Die Praxis zeigt, wie nachgefragt und nötig das Förderangebot für Jugendprojekte ist." Durch die große Anzahl an Förderern können die Youth Banks an jedes genehmigte Projekt bis zu 400 Euro vergeben. Bisher sind es über 1000 gemeinnützige Aktionen, die durch diese Hilfe verwirklicht wurden.

Welches Projekt zuletzt von der Youth Bank Stuttgart profitiert hat, erfahrt ihr in folgendem Audiobeitrag.

The Jam Session

The Jam Session ist ein Projekt, das von der Youth Bank unterstützt wurde. Projektgründerin Nadja erzählt was dahinter steckt.

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Über den Autor

Denise Schneider

Crossmedia-Redaktion/ Public Relations
Eingeschrieben seit: SoSe2014