Ernährung

Zucker - Die süße Versuchung

05.12.2016

Fast 32 Kilogramm essen wir Deutsche davon jährlich, er ist fast überall zu finden und gerade in der Weihnachtszeit fällt es besonders schwer, darauf zu verzichten. Er birgt aber auch Gefahren für unseren Körper. Die Rede ist vom weißen Gold – dem Zucker.

„In Maßen ist der Konsum von Zucker unbedenklich, jedoch kann er überdosiert schädlich sein." | Quelle: Adrian Göller und Simon Zimmermann

„Weihnachten ist das Fest des Zuckers", so zwei der über 120 Passanten zu der Umfrage, ob sie sich vorstellen könnten, in der Weihnachtszeit auf Zucker zu verzichten. Nur jeder Fünfte könnte das. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der Süßmacher in fast jeder unserer Weihnachtsleckereien steckt. Doch kaum einen interessiert es, dass ein überhöhter Zuckerkonsum auch Risiken für unsere Gesundheit birgt. 

Wir haben euch gefragt, ob ihr euch vorstellen könntet, in der Weihnachtszeit auf Zucker zu verzichten.

Süße als Indikator für verträgliche Nahrung 

Doch warum wollen wir nicht auf das weiße Gold verzichten? Forscher gehen davon aus, dass unsere Vorfahren die Verträglichkeit ihrer Nahrung über den Geschmack bestimmten. Bittere Pflanzen waren oft giftig und ein saurer Geschmack, Anzeichen für etwas Unreifes oder Verdorbenes. Süße deutete hingegen auf eine kohlenhydrathaltige Kost hin und war somit überlebenswichtig. „Nüchtern betrachtet ist Zucker ein Kohlenhydrat und somit ein Energieträger für den Körper", weiß Kerstin Bührle, Gesundheitsexpertin. „Die meisten denken bei Zucker an den üblichen Haushaltszucker." Doch es gäbe noch einige weitere Arten, beispielsweise Traubenzucker, Milchzucker oder Fruchtzucker, so die Expertin. Unser Körper kann den benötigten Zucker aber auch selbst aus Kohlenhydraten herstellen, den er für viele Prozesse im Körper benötigt. Es dauert zwar länger, ist dafür aber auch für einen längeren Zeitraum verfügbar.

Grundlegende Informationen über Zucker und für was unser Körper ihn benötigt.

Folgen des erhöhten Zuckerkonsums 

In Deutschland konsumiert jeder durchschnittlich etwas über 100 Gramm Zucker täglich, Tendenz steigend. Die Empfehlung der World Healthy Organisation (WHO) hingegen liegt bei 25 Gramm. „Ein Überschuss an Zucker macht sich leider am Körpergewicht bemerkbar", weiß auch Bührle. Seit diesem Jahr gibt es erstmals in der Geschichte der Menschheit mehr Über- als Untergewichtige. „Umso mehr Gewicht ich habe, umso ein erhöhtes Risiko habe ich auch an Diabetes zu erkranken." Die Rede ist von Diabetes Typ 2, früher auch Alterszucker genannt, welcher nun auch vermehrt bei jüngeren Menschen auftritt. So erhöht der regelmäßige Konsum von bereits einer bis zwei Dosen (355 Milliliter) eines zuckerhaltigen Getränks – wie Cola, Eistee und Co. – das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um 26 Prozent. „Umso mehr Zucker man zu sich führt, umso mehr Insulin muss die Bauchspeicheldrüse arbeiten. Insulin ist im Körper das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel wieder nach unten treiben kann." Wenn zu viel Zucker verarbeitet werden müsse, sei die Bauchspeicheldrüse überfordert, bis diese schließlich zum Erliegen käme. Diabetes sei die Folge, so die Expertin.

Im weltweiten Zuckerkonsum liegt Europa auf Platz drei. | Quelle: Adrian Göller und Simon Zimmermann via Canva und Thinglink

Gehirn und Herz ebenfalls betroffen 

Aber auch auf unser Gehirn hat die Überdosis Folgen. Das Belohnungszentrum im Gehirn schüttet beim Zuckerkonsum Dopamin aus, welches uns ein gutes Gefühl vermittelt. Um dieses Gefühl aufrecht zu erhalten und noch glücklicher zu werden, konsumiert der Mensch mehr zuckerhaltige Nahrung. Jedoch gewöhnt sich unser Gehirn sehr schnell daran und wir brauchen immer mehr – wir bauen eine Toleranz auf. Derselbe Effekt passiert auch beim Konsum von Nikotin, Kokain oder Alkohol; eine Art Abhängigkeit entsteht. Doch es gäbe auch Alternativen zu Zucker, erklärt Bührle.

Alternativen zu Zucker wie Stevia oder Xylit werden erklärt.

Forscher der US-Gesundheitsbehörde entdeckten zudem, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des Zuckerkonsums und tödlichen Herzerkrankungen besteht. Demnach leide das Herz nicht nur unter dem Übergewicht, das durch den hohen Kalorienwert der süßen Speisen genährt wird. Der Zucker schädige das Herz auch auf direktem Weg. Menschen, deren Ernährung zu mehr als 25 Prozent aus Zucker bestünde, erlitten zweimal häufiger einen Herzinfarkt als diejenigen, die mit weniger als zehn Prozent Zucker auskämen.

„Mit den heutigen Nahrungsmitteln ist es sehr einfach, die Empfehlungen der WHO zu überschreiten, da Zucker in sehr vielen Lebensmittel steckt. Eine sinnvolle Ernährung ist vor allem abwechslungsreich." Vorsichtig müsse man vor allem bei scheinbar zuckerarmen Produkten sein, so die Gesundheitsexpertin abschließend.

Fahrt mit dem Cursor über die verschieden Lebensmittel, um zu erfahren, wie viel Zucker darin enthalten ist. | Quelle: Adrian Göller und Simon Zimmermann via Thinglink

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Über die Autoren

Simon Zimmermann

Cross Media Redaktion/Public Relations
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2016

Adrian Göller

Crossmedia Redaktion
Eingeschrieben seit: Sommersemester 2017