Nachhaltigkeit & Ernährung

Nachhaltigkeit & Ernährung

Die Art und Weise, wie sich die Menschheit ernährt, hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft. In einer Zeit, in der Klimawandel, Ressourcenknappheit und soziale Ungleichheit immer präsenter werden, rückt das Thema Nachhaltigkeit in Bezug auf die Ernährung zunehmend in den Fokus. Es geht dabei nicht nur um die Produktion von Lebensmitteln, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette – vom Anbau über die Verarbeitung und den Transport bis hin zum Konsum und der Entsorgung. Eine nachhaltige Ernährung zielt darauf ab, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies erfordert ein Umdenken in Bezug auf Konsumgewohnheiten, Produktionsmethoden und politische Rahmenbedingungen. Die Redaktion Zukunft beleuchtet die komplexen Zusammenhänge und zeigt Wege auf, wie jeder Einzelne einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung leisten kann.

Die Herausforderungen sind vielfältig: Der globale Lebensmittelverbrauch steigt stetig, die Landwirtschaft ist ein großer Verursacher von Treibhausgasemissionen und trägt zur Bodendegradation sowie zum Verlust der Biodiversität bei. Gleichzeitig leiden Milliarden Menschen unter Mangelernährung oder Übergewicht. Eine nachhaltige Ernährung muss daher ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Es geht darum, gesunde Lebensmittel für alle zugänglich zu machen, Ressourcen effizient zu nutzen, Abfälle zu reduzieren und faire Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette zu gewährleisten. Die folgenden Abschnitte tauchen tiefer in die verschiedenen Facetten dieses wichtigen Themas ein und bieten Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Potenziale.

Die ökologischen Auswirkungen unserer Ernährung

Die Produktion und der Konsum von Lebensmitteln haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Umwelt. Einer der größten Faktoren ist der Landverbrauch. Für die Landwirtschaft werden Wälder gerodet und natürliche Ökosysteme zerstört, was zum Verlust der Artenvielfalt und zur Freisetzung von Treibhausgasen führt. Insbesondere die Tierhaltung beansprucht enorme Flächen für Weideland und den Anbau von Futtermitteln. Dies trägt maßgeblich zur Entwaldung bei, beispielsweise im Amazonasgebiet.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Wasserverbrauch. Die Landwirtschaft ist weltweit der größte Wasserverbraucher. Für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch werden beispielsweise Tausende Liter Wasser benötigt, während pflanzliche Produkte wie Gemüse und Getreide deutlich weniger Wasser beanspruchen. Auch der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln hat gravierende Folgen: Sie gelangen ins Grundwasser, verschmutzen Flüsse und Seen und schädigen die Biodiversität, indem sie Insekten und Mikroorganismen abtöten, die für gesunde Ökosysteme unerlässlich sind. Die Überdüngung führt zudem zur Eutrophierung von Gewässern, was das Algenwachstum fördert und zum Sauerstoffmangel in aquatischen Lebensräumen führt.

Darüber hinaus ist die Lebensmittelproduktion ein signifikanter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Methan aus der Tierhaltung, Lachgas aus der Düngemittelanwendung und Kohlendioxid aus dem Transport und der Verarbeitung tragen maßgeblich zum Klimawandel bei. Die Wahl der Lebensmittel hat somit einen direkten Einfluss auf den persönlichen CO2-Fußabdruck. Regionale und saisonale Produkte, die kurze Transportwege haben, verursachen in der Regel weniger Emissionen als importierte Waren. Die Verpackung von Lebensmitteln, oft aus Plastik, trägt ebenfalls zur Umweltbelastung bei, da sie Ressourcen verbraucht und als Abfall die Umwelt verschmutzt, insbesondere die Ozeane. Eine Reduzierung von Verpackungsmüll durch den Kauf unverpackter oder wiederverwendbarer Produkte ist daher ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit.


Nachhaltige Ernährungsstrategien und ihre Vorteile

Um die ökologischen Auswirkungen der Ernährung zu minimieren, gibt es verschiedene nachhaltige Ernährungsstrategien, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene umgesetzt werden können. Eine der bekanntesten ist die pflanzenbasierte Ernährung, die den Konsum von Fleisch und tierischen Produkten reduziert oder ganz vermeidet. Studien zeigen, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung den ökologischen Fußabdruck erheblich verringern kann, da sie weniger Land, Wasser und Energie benötigt und geringere Treibhausgasemissionen verursacht. Auch eine flexitarische Ernährung, bei der der Fleischkonsum bewusst reduziert wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Konsum von regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Diese haben kürzere Transportwege, was den Energieverbrauch und die Emissionen reduziert. Zudem unterstützen sie die lokale Wirtschaft und fördern die Vielfalt der Anbauprodukte. Der Einkauf auf Wochenmärkten oder direkt bei Bauernhöfen ermöglicht es, frische Produkte zu erhalten und die Herkunft der Lebensmittel nachzuvollziehen. Das Wissen um die Saisonalität hilft auch, die Vielfalt des Speiseplans zu erhöhen und sich an den natürlichen Kreisläufen der Natur zu orientieren.

Die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist ebenfalls eine zentrale Säule nachhaltiger Ernährung. Weltweit gehen erhebliche Mengen an Lebensmitteln entlang der gesamten Wertschöpfungskette verloren oder werden weggeworfen. Dies verschwendet nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern verursacht auch unnötige Treibhausgasemissionen, wenn die Abfälle auf Deponien verrotten. Strategien zur Abfallvermeidung umfassen eine bessere Planung von Einkäufen, die richtige Lagerung von Lebensmitteln, die Verwertung von Resten und die Kompostierung von nicht essbaren Abfällen. Initiativen wie „Foodsharing“ tragen ebenfalls dazu bei, genießbare Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. Durch bewussten Konsum und die Wertschätzung von Lebensmitteln kann jeder einen Beitrag leisten, die Lebensmittelverschwendung zu minimieren und somit Ressourcen zu schonen.


Die Rolle der Landwirtschaft in der nachhaltigen Ernährung

Die Landwirtschaft ist das Fundament unserer Ernährung, steht aber gleichzeitig vor großen Herausforderungen im Kontext der Nachhaltigkeit. Konventionelle Anbaumethoden, die auf Monokulturen, intensivem Pestizid- und Düngemitteleinsatz sowie hohem Wasserverbrauch basieren, belasten die Umwelt erheblich. Eine nachhaltige Landwirtschaft hingegen zielt darauf ab, die Produktivität zu erhalten oder zu steigern, während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen geschont und die Ökosysteme geschützt werden.

Der ökologische Landbau spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Er verzichtet auf synthetische Pestizide und Düngemittel, fördert die Bodengesundheit durch Fruchtwechsel und Gründüngung und respektiert die natürlichen Kreisläufe. Dies führt zu einer höheren Biodiversität auf den Feldern und in der umgebenden Landschaft, schützt das Grundwasser und reduziert die Emissionen von Treibhausgasen. Auch die artgerechte Tierhaltung ist ein wichtiger Bestandteil des Bio-Landbaus, der den Tieren mehr Platz und Auslauf bietet und den Einsatz von Antibiotika minimiert. Allerdings sind die Erträge im ökologischen Landbau oft geringer als im konventionellen Anbau, was zu höheren Preisen für Bio-Produkte führen kann.

Neben dem ökologischen Landbau gibt es weitere innovative Ansätze wie die Permakultur, die regenerative Landwirtschaft und die Agroforstwirtschaft. Permakultur integriert Landwirtschaft, Landschaftsgestaltung und Ökologie, um nachhaltige und sich selbst erhaltende Systeme zu schaffen. Regenerative Landwirtschaft konzentriert sich auf die Wiederherstellung der Bodengesundheit und die Erhöhung der Kohlenstoffbindung im Boden, was einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Agroforstwirtschaft kombiniert den Anbau von Bäumen und Sträuchern mit landwirtschaftlichen Kulturen oder Tierhaltung auf derselben Fläche, was die Biodiversität erhöht, Bodenerosion verhindert und zusätzliche Erträge liefert. Diese Ansätze zeigen, dass eine produktive Landwirtschaft auch im Einklang mit der Natur möglich ist und langfristig die Ernährungssicherheit gewährleisten kann, ohne die Umwelt zu überlasten.


Soziale Gerechtigkeit und Fairness in der Lebensmittelkette

Nachhaltigkeit in der Ernährung umfasst nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Aspekte. Die globale Lebensmittelkette ist oft von Ungleichheit und Ausbeutung geprägt. Viele Bauern, insbesondere in Entwicklungsländern, erhalten für ihre Produkte Preise, die kaum die Produktionskosten decken, während große Konzerne hohe Gewinne erzielen. Dies führt zu Armut, schlechten Arbeitsbedingungen und fehlenden Entwicklungsperspektiven in den Anbauregionen. Faire Handelspraktiken sind daher ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft.

Der Faire Handel setzt sich für gerechte Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und die Stärkung von Kleinbauernkooperativen ein. Produkte mit Fair-Trade-Siegeln garantieren, dass Mindestpreise gezahlt und soziale Standards eingehalten werden. Dies ermöglicht es den Produzenten, in ihre Gemeinden zu investieren, Bildung und Gesundheitsversorgung zu verbessern und nachhaltigere Anbaumethoden zu implementieren. Der Kauf von Fair-Trade-Produkten ist somit ein direkter Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit und zur Armutsbekämpfung in den Anbauländern. Es geht darum, die Machtverhältnisse in der Lieferkette neu auszubalancieren und den Produzenten eine Stimme zu geben.

Auch innerhalb der Industrieländer gibt es soziale Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit der Ernährung. Zugang zu gesunden und bezahlbaren Lebensmitteln ist nicht für alle Menschen gleichermaßen gegeben. Lebensmittelwüsten in städtischen Gebieten, in denen frische Produkte kaum erhältlich sind, und die Abhängigkeit von billigen, aber ungesunden Lebensmitteln führen zu gesundheitlichen Problemen und verstärken soziale Ungleichheiten. Initiativen, die den Zugang zu frischen, gesunden Lebensmitteln für alle Bevölkerungsschichten verbessern, sind daher von großer Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise Gemeinschaftsgärten, mobile Wochenmärkte in benachteiligten Vierteln oder politische Maßnahmen zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung. Eine nachhaltige Ernährung muss sicherstellen, dass niemand vom Zugang zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ausgeschlossen wird und dass alle Beteiligten der Lebensmittelkette fair behandelt werden.


Lebensmittelverschwendung: Ursachen, Folgen und Lösungsansätze

Eines der drängendsten Probleme im Bereich Nachhaltigkeit und Ernährung ist die immense Lebensmittelverschwendung. Schätzungen zufolge geht weltweit ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verloren oder wird weggeworfen. Dies entspricht einer Verschwendung von wertvollen Ressourcen wie Wasser, Land, Energie und Arbeitskraft, die für die Produktion aufgewendet wurden. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von ineffizienten Erntemethoden und mangelhafter Lagerung in Entwicklungsländern bis hin zu Überproduktion, strengen Schönheitsstandards für Obst und Gemüse sowie übermäßigen Portionsgrößen und mangelnder Planung im Haushalt der Industrieländer.

Die Folgen der Lebensmittelverschwendung sind gravierend. Ökologisch gesehen trägt sie erheblich zum Klimawandel bei, da verrottende Lebensmittel auf Deponien Methan freisetzen, ein starkes Treibhausgas. Zudem werden unnötig Ressourcen verbraucht und die Umwelt durch Pestizide und Düngemittel belastet, deren Einsatz für die Produktion der weggeworfenen Lebensmittel erfolgte. Wirtschaftlich bedeutet die Verschwendung enorme finanzielle Verluste für Produzenten, Händler und Konsumenten. Sozial ist es ethisch nicht vertretbar, dass so viele Lebensmittel weggeworfen werden, während gleichzeitig Millionen von Menschen weltweit Hunger leiden oder unterernährt sind. Die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln ist global betrachtet ausreichend, doch die Verteilung und der Umgang damit sind höchst ineffizient.

Es gibt zahlreiche Lösungsansätze, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Auf politischer Ebene können Gesetze zur Reduzierung von Abfällen und zur Förderung der Weitergabe von überschüssigen Lebensmitteln erlassen werden. Unternehmen können ihre Lieferketten optimieren, um Verluste zu minimieren, und Supermärkte können unverkaufte, aber noch genießbare Lebensmittel an Tafeln oder soziale Einrichtungen spenden. Auf individueller Ebene kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten, indem bewusster eingekauft, Mahlzeiten geplant, Reste kreativ verwertet und Lebensmittel richtig gelagert werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte kritisch hinterfragt werden; oft sind Lebensmittel auch nach Ablauf noch genießbar. Initiativen wie Foodsharing oder Apps zur Lebensmittelrettung bieten weitere Möglichkeiten, aktiv zu werden und einen positiven Einfluss zu nehmen. Eine Kultur der Wertschätzung für Lebensmittel ist entscheidend, um diese globale Herausforderung zu meistern.


Innovationen und Zukunftsperspektiven in der nachhaltigen Ernährung

Die Herausforderungen der nachhaltigen Ernährung erfordern innovative Lösungen und einen Blick in die Zukunft. Neue Technologien und Konzepte bieten vielversprechende Ansätze, um die Lebensmittelproduktion effizienter, ressourcenschonender und umweltfreundlicher zu gestalten. Ein Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die vertikale Landwirtschaft (Vertical Farming). Dabei werden Pflanzen in mehrstöckigen Anlagen unter kontrollierten Bedingungen angebaut, oft in städtischen Gebieten. Dies reduziert den Flächenverbrauch, minimiert den Wasserbedarf durch geschlossene Kreisläufe und ermöglicht den Anbau unabhängig von Klima und Jahreszeit, wodurch Transportwege verkürzt werden.

Ein weiterer vielversprechender Ansatz ist die Entwicklung von Fleischalternativen und In-vitro-Fleisch. Pflanzliche Fleischersatzprodukte aus Soja, Erbsenprotein oder Pilzen sind bereits weit verbreitet und werden kontinuierlich weiterentwickelt, um Geschmack und Textur zu verbessern. In-vitro-Fleisch, auch bekannt als Laborfleisch oder kultiviertes Fleisch, wird aus tierischen Zellen im Bioreaktor gezüchtet. Diese Technologie hat das Potenzial, den Bedarf an konventioneller Tierhaltung drastisch zu reduzieren, was erhebliche positive Auswirkungen auf den Klimawandel, den Landverbrauch und den Tierschutz hätte, sobald die Produktion großskalig und kosteneffizient möglich ist. Auch Insekten als Proteinquelle gewinnen an Bedeutung, da sie ressourcenschonend gezüchtet werden können und einen hohen Nährwert aufweisen.

Digitale Technologien spielen ebenfalls eine immer größere Rolle. Smart Farming-Anwendungen nutzen Sensoren, Drohnen und künstliche Intelligenz, um den Anbau zu optimieren, den Einsatz von Wasser und Düngemitteln zu minimieren und Ernteerträge zu maximieren. Blockchain-Technologien können die Transparenz in der Lieferkette erhöhen und die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln verbessern, was Vertrauen schafft und Betrug vorbeugt. Personalisierte Ernährung, basierend auf individuellen Bedürfnissen und genetischen Profilen, könnte ebenfalls dazu beitragen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren und die Gesundheit zu verbessern. Diese Innovationen zeigen, dass es vielfältige Wege gibt, die Ernährungssysteme zukunftsfähig zu gestalten und eine nachhaltige Versorgung für eine wachsende Weltbevölkerung zu gewährleisten.


Politische Rahmenbedingungen und globale Zusammenarbeit

Um eine nachhaltige Ernährung auf globaler Ebene zu etablieren, sind nicht nur individuelle Verhaltensänderungen und technologische Innovationen entscheidend, sondern auch starke politische Rahmenbedingungen und internationale Zusammenarbeit. Regierungen spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung von Anreizen für nachhaltige Praktiken und der Regulierung umweltschädlicher Aktivitäten. Dazu gehören Subventionen für den ökologischen Landbau, die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten, die Besteuerung von umweltschädlichen Produkten oder die Einführung von Standards für nachhaltige Beschaffung in öffentlichen Einrichtungen.

Internationale Abkommen und Initiativen sind unerlässlich, um globale Herausforderungen wie den Klimawandel und die Bodendegradation anzugehen, die nicht an nationalen Grenzen haltmachen. Die Vereinten Nationen haben mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), insbesondere SDG 2 (Kein Hunger) und SDG 12 (Nachhaltiger Konsum und Produktion), einen Rahmen geschaffen, der die Bedeutung einer nachhaltigen Ernährung unterstreicht. Die Zusammenarbeit zwischen Ländern ist notwendig, um Wissen und Technologien auszutauschen, faire Handelsbeziehungen zu fördern und die Ernährungssicherheit in gefährdeten Regionen zu verbessern. Dies beinhaltet auch die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung auf globaler Ebene und die Unterstützung von Entwicklungsländern bei der Anpassung an den Klimawandel und der Entwicklung resilienter Agrarsysteme.

Die Verbraucherpolitik spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Auskunft über Herkunft, Produktionsweise und ökologischen Fußabdruck gibt, befähigt Konsumenten, informierte Entscheidungen zu treffen. Bildung und Aufklärung über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Umwelt sind entscheidend, um ein Bewusstsein für nachhaltige Essgewohnheiten zu schaffen. Politische Maßnahmen können auch darauf abzielen, den Zugang zu gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern, beispielsweise durch die Förderung von Gemeinschaftsgärten oder die Unterstützung von lokalen Lebensmittelinitiativen. Letztendlich erfordert die Transformation hin zu einem nachhaltigen Ernährungssystem einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Akteure – von der Politik über die Wirtschaft bis hin zum Einzelnen – einbezieht und eine gemeinsame Vision für eine zukunftsfähige Lebensmittelwelt verfolgt.


Fazit: Der Weg zu einer zukunftsfähigen Ernährung

Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Ernährung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, aber auch eine immense Chance, die Zukunft positiv zu gestalten. Die Erkenntnis, dass unsere Essgewohnheiten weitreichende Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben, ist der erste Schritt zu einem bewussteren Handeln. Eine nachhaltige Ernährung ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit, um die Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen zu sichern.

Es gibt vielfältige Wege, wie jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann: die Reduzierung des Fleischkonsums, der bevorzugte Kauf von regionalen, saisonalen und biologischen Produkten, die Minimierung von Lebensmittelabfällen und die Unterstützung von fairen Handelspraktiken. Diese individuellen Entscheidungen summieren sich und senden wichtige Signale an Produzenten und Politik. Gleichzeitig sind systemische Veränderungen unerlässlich, die durch innovative Landwirtschaftsmethoden, technologische Fortschritte und eine kohärente politische Rahmensetzung vorangetrieben werden müssen.

Die Redaktion Zukunft ist überzeugt, dass eine zukunftsfähige Ernährung möglich ist. Sie erfordert ein Umdenken, eine Bereitschaft zur Veränderung und die Zusammenarbeit aller Akteure. Indem wir uns aktiv mit dem Thema auseinandersetzen, unser Wissen erweitern und bewusste Entscheidungen treffen, können wir gemeinsam eine Ernährungswelt schaffen, die nicht nur nahrhaft und gesund ist, sondern auch ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch tragfähig. Der Weg ist lang, aber jeder Schritt zählt und führt uns näher zu einer nachhaltigeren und lebenswerteren Zukunft für alle.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Nachhaltigkeit & Ernährung

Was genau bedeutet nachhaltige Ernährung?
Nachhaltige Ernährung bedeutet, sich so zu ernähren, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies umfasst ökologische (Umweltschutz), soziale (Gerechtigkeit, Gesundheit) und ökonomische (Wirtschaftlichkeit) Aspekte über die gesamte Lebensmittelkette hinweg.
Welche Lebensmittel sind besonders umweltschädlich?
Besonders umweltschädlich sind in der Regel Lebensmittel, deren Produktion einen hohen Ressourcenverbrauch (Land, Wasser, Energie) und hohe Treibhausgasemissionen verursacht. Dazu gehören vor allem Fleisch- und Milchprodukte, insbesondere Rindfleisch, aber auch stark verarbeitete Lebensmittel und Produkte, die lange Transportwege zurücklegen.
Wie kann ich meinen persönlichen CO2-Fußabdruck durch meine Ernährung reduzieren?
Der persönliche CO2-Fußabdruck lässt sich am besten durch eine Reduzierung des Fleischkonsums (insbesondere Rindfleisch), den bevorzugten Kauf von regionalen und saisonalen Produkten, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und den Konsum von Bio-Produkten reduzieren. Eine pflanzenbasierte Ernährung hat den geringsten CO2-Fußabdruck.
Was ist der Unterschied zwischen Bio- und Fair-Trade-Produkten?
Bio-Produkte beziehen sich auf die Art der Produktion und garantieren, dass die Lebensmittel ohne synthetische Pestizide, chemische Dünger und Gentechnik angebaut wurden und die Tiere artgerecht gehalten werden. Fair-Trade-Produkte konzentrieren sich auf soziale Aspekte und stellen sicher, dass die Produzenten (oft in Entwicklungsländern) faire Preise erhalten, unter sicheren Bedingungen arbeiten und soziale Standards eingehalten werden. Beide Siegel können auch kombiniert auftreten.
Welche Rolle spielt Lebensmittelverschwendung für die Nachhaltigkeit?
Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem für die Nachhaltigkeit, da sie nicht nur wertvolle Ressourcen (Wasser, Land, Energie) verschwendet, die für die Produktion aufgewendet wurden, sondern auch erheblich zu Treibhausgasemissionen beiträgt, wenn die weggeworfenen Lebensmittel verrotten. Sie ist zudem ethisch nicht vertretbar, da weltweit Millionen Menschen hungern.